Meditation

Kennen Sie das?

 

Sie erwähnen das Wort Meditation oder sagen gar, dass sie meditieren und dann passiert das: Der Gesprächspartner grinst, und versucht angestrengt, einen verklärten Gesichtsausdruck zu machen, verdreht die Augen nach oben, erhebt die Hände mit den Handflächen nach oben und brummt: „Omm, omm, omm“. Dies ist dann je nach Enthusiasmus der Person kurz oder lang. 

 

Haben Sie sich darüber geärgert? Lassen Sie es. Diese Personen wissen es einfach nicht besser.

 

Meditation hat unendlich viele Gesichter.

 

Sie kann still sein. Stoppe deine Gedanken. Sei einfach nur. Ich habe einen großen Respekt vor den Menschen, die das schaffen. Es hat mich eine sehr lange Übungszeit gekostet, wirklich meine Gedanken zum Schweigen zu bringen und absolute Ruhe in meinem Kopf zu haben. Sicher ist es Übungssache, das zu erreichen. Ich würde es mit dem Training einen Leistungssportlers vergleichen wollen. Es kostet Zeit und den absoluten Willen, ein Ziel erreichen zu wollen.

 

Die Vorteile dieser Art der Meditation sind vielfältig. Um einige zu erwähnen:

 

Wer es schafft dieses Ziel zu erreichen, ist in der Lage sich Ziele zu setzen, die realistisch sind und diese dann auch zu erreichen ohne sich von Hindernissen auf dem Weg abhalten zu lassen.

 

Wer es schafft, den Alltag vollkommen ausblenden zu können, hat die Möglichkeit, „über den Dingen zu stehen“, alle Situationen aus der Meta-Perspektive  zu sehen.

 

So fällt es leichter, Situationen zu bewerten, Antworten und Lösungen zu finden. Konflikte jeder Art lassen sich so leichter lösen – für sich selbst und aus sich selbst heraus dann auch im Umfeld.

 

Das Alltagsbild verändert sich. Es wird möglich, ein Ereignis neutral einzustufen. Erst einmal sehen, was es für mich in der Zukunft bedeuten kann und es nicht nur nach dem beurteilen, das jetzt gerade offensichtlich ist.

 

(Beispiel: Ich verliere meine Stelle. Ich verliere damit mein sicheres Einkommen. Ich muss mich auf dem Markt neu orientieren. Das alles klingt negativ, ist mit Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten verbunden. Doch es ist eine Chance. Will ich jetzt die Chance ergreifen und endlich das tun, was ich mir schon immer gewünscht habe? Will ich vielleicht in einem anderen Bereich arbeiten? Und bekomme ich vielleicht genau dadurch eine interessante neue Stelle, in der ich mich wohl fühle?)

 

Um wie viel leichter fällt mir Leben!

 

Dann gibt es noch Yoga, Pilates und viele andere, die jedoch in der Regel bekannt sind, sodass ich sie an dieser Stelle nur kurz erwähne.

 

Aktive Mediation

 

Dies ist etwas, das nur wenige Menschen kennen. Und es gibt so viele Arten der aktiven Meditation.

 

Weg-Meditation

 

Wege gehen, um eine Situation zu bewerten und zu entscheiden, wie die Handlung aussehen kann. Das Für und Wider der einzelnen Möglichkeiten zu erfahren und sich entscheiden zu können, welche Handlungsweise die persönlich richtige ist.

 

Wege gehen kann auch den Grund haben, sich über etwas klar zu werden, sich Ziele zu setzen oder Ordnung in eine scheinbar unüberschaubare Situation zu bringen.

 

Schreib-Meditation

 

Kennen Sie den Ausdruck: “Sich etwas von der Seele schreiben“?

 

Nehmen Sie es wörtlich! Schreiben Sie Ihre Gedanken auf.

 

Erscheint es Ihnen zuerst unzusammenhängend? Macht nichts! Das ist gut so. Je intensiver, je öfter Sie sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen, desto klarer werden Ihre Gedanken dazu. Probieren Sie es aus! Es kostet Zeit und Übung, zu erreichen, dass Sie sich wirklich konzentrieren können. Mit der Zeit wird es immer leichter, dies zu tun.

 
Was ist der Effekt?

 

Im Alltag lernen Sie, die Probleme, die sich nicht sofort lösen lassen und auch nicht sofort gelöst werden müssen,erst einmal beiseite zu schieben. Sie lernen, sich auf das zu konzentrieren, was Sie gerade tun, erledigen müssen. Dabei haben Sie ein gutes Gewissen, denn Sie werden sich mit dem Problem beschäftigen, sobald Sie Zeit dafür haben. Und dann werden Sie es intensiv und erfolgreich tun.

 

Während Sie nun den alltäglichen Pflichten nachgehen, beschäftigt sich Ihr Verstand im Hintergrund schon damit, die Situation, die Sie auf die Meditation verschieben, zu bearbeiten. Ihr Gehirn prüft alle relevanten, gespeicherten Fakten, vergleicht und konstruiert. Das Gehirn ist ein wunderbares Instrument! Am Abend oder zu einer freien Zeit nehmen Sie Ihr Meditationsbuch heraus und schreiben einfach los. Sie schreiben alles auf, das Ihnen vorliegt. Dann brauchen Sie sich in der Regel nur noch für eine Lösung, Handlung, Umgangsweise entscheiden.

 

Machen Sie es sich noch schwer und erlauben Ihren Gedanken zu kreisen?

 

Wenn Sie ein Problem negativ bewerten, ruft Ihr Gehirn alle Situationen heraus, in denen Sie dieses negative Gefühl schon einmal erlebt haben. Sie beginnen, sich schlecht und unterlegen zu fühlen. Die Situation scheint unlösbar! Bewerten Sie das gleiche Problem positiv oder nehmen es als einen Fakt, auf den Sie reagieren müssen. Dann wird Ihr Gehirn Ihnen alle Möglichkeiten aufzeigen, wo Sie erfolgreich ein Problem bearbeitet haben oder wo ein Problem sich zu Ihrem Vorteil lösen ließ. Ob es leicht oder schwer ist, hängt ganz von Ihnen ab!

 

Schreib-Meditationen sind hilfreich bei Schwierigkeiten, die zu Beginn undifferenziert sind, die Sie nicht fassen, nicht begreifen, nicht beschreiben können. Auch bei Schwierigkeiten, die Sie beschreiben können, deren Bearbeitung jedoch nicht zu dem Ziel führt, das Sie sich wünschen.

 

Lebensgestaltung

 

Change – Management: Leben neu definieren müssen nach gravierenden Veränderungen (wie Scheidung, Krankheit, Tod eines Partners oder geliebten Menschen, Unfällen, Verlust der Mobilität, des Jobs und vielem anderen).

 

Diese Aufzählung ist bewusst ungeordnet und ohne Wertung der Schwere der Situation gestaltet. Wie schwer Ihre Schwierigkeit für Sie ist, können nur Sie selbst wissen. Für jeden und in jeder der aufgezählten Situationen ist es belastend. Einen Weg zu finden, damit umzugehen kostet oft mehr Kraft, als (gefühlt) vorhanden ist.

 

Unzufriedenheit mit dem Leben, mit dem Erreichten, mit der Karriere, mit dem Job oder in der Ehe ist ebenfalls eine Herausforderung. Auch hier fällt es schwer, klar zu beschreiben, was der wahrhaftige Grund für das Gefühl ist.

 

Es gibt Methoden, damit umzugehen. Eine davon ist die aktive Schreib-Meditation, die ich in meinem Buch „Leben perfekt gestalten“, veröffentlicht 03/2016, beschrieben habe.

 

In dieser Arbeit geht darum, über einen längeren Zeitraum Veränderungen im Leben zu gestalten, zu verstehen, zu hinterfragen und zu steuern. Viele Anforderungen, die bewältigt werden müssen, um das Leben in andere Bahnen zu leiten. Veränderung ist oft schwer. Sie geht einher mit Verlusten auf der einen Seite und Gewinnen auf einer anderen. Veränderung ist manchmal schwer auszuhalten. Sie ist manchmal schwer durchzuhalten. Da sie immer über einen längeren Zeitabschnitt verläuft, geraten wir alle in die Versuchung, wieder die alten, vertrauten Wege zu gehen. Sie waren doch nicht so schlecht. Doch dann geht es uns wieder schlecht und wir erinnern uns daran, warum wir etwas verändern wollten und beginnen von vorn. Neu diesmal, denn das Vorherige hat ja nicht funktioniert. Hat es nicht? Oder hat nur deshalb nicht funktioniert, weil wir inkonsequent waren?

 

Solche „Rückfälle“ sind normal. Sie erinnern uns nur daran, warum wir etwas verändern wollen und ermutigen uns durchzuhalten, nicht nachzulassen in unseren Versuchen.

 

Mit der von mir entwickelten Schreibarbeit wird es leicht , diese Situationen zu erkennen und zu verstehen. Wir brauchen nur nachzulesen, was wir geschrieben haben, dann sehen wir schwarz auf weiß, blau auf creme, wie wir gehandelt haben um zurück zu fallen, wo wir den entscheidenden Gedankensprung in die alte Richtung gemacht haben und können dies in der Zukunft leichter, schneller erkennen und reagieren.

 

Alles ist Übung! Auch das Schreiben in dieser Art will gelernt sein. Die Erfahrung zeigt, dass es 3-4 Monate braucht, bis Menschen in der Lage sind, sich auf diese Art der Kommunikation mit sich selbst einzulassen.

 

Zuerst ist es meist auch die Alltagsbewältigung, die erst einmal Vorrang hat. Erst wenn die drängenden Probleme des Alltags bewältigt sind, ist Raum und Zeit für die Dinge, die dahinter stehen. So entsteht zu Beginn der Schreib – Meditation ein „automatisches“ Aufräumen der Dinge, die wir vor uns herschieben. Das ist wichtig.

 

Danach können wir beginnen, uns mit dem zu beschäftigen, was uns bedrückt, uns lästig ist und was wir verändern wollen.

 

Auch jetzt dauert es eine Weile, bis wir das, das wir schreiben verstehen und uns ein Bild darüber machen können. Zuerst können es Metaphern sein, Beschreibungen unserer Gefühle, die wir sonst nicht ausdrücken können. Es können auch Beschreibungen von uns als Held einer Situation sein, die kein anderer bewältigen kann. Retten wir Menschen aus dem Feuer oder bei einem Überfall? Was in uns ist und noch beschrieben werden kann, äußert sich in Bildern auf Filmen, dem Alltag oder Büchern, die wir gelesen haben. Dies ist kein „dummes Zeug“, kein dummer Tagtraum, den wir aufschreiben. Es ist ein wichtiger Anfang. Das, was wir uns ansehen wollen oder müssen bricht sich Bahnen, kommt langsam, so wie wir es gerade noch verarbeiten und begreifen wollen, in unser Bewusstsein.

 

Wir steuern dieses Verfahren selbst. Das ist wichtig. Unser Tempo, unsere Art, Dinge zu verarbeiten schützt uns vor Überlastung, Schock und Trauma. So können wir ruhig und sicher uns den Aufgaben widmen, die wir erkennen, die wir verändern können und wollen. Langsam gestaltet sich unser Leben um.

 

Wie oft wollte ich zu Beginn, dass sich die Dinge möglichst sofort verändern. Bitte einen lauten Knall und alles ist fertig.

 

Laotse sagt: „Der Weg ist das Ziel“. Und für Veränderungen in unserem Leben gilt dies ganz besonders. Der Weg ist wichtig! Das, was ich auf dem Weg gelernt habe ist die Grundlage für meine Praxis. Auf diese Weise sind viele sehr schöne Methoden entstanden, wie Leben verändert werden kann. Was mir dabei besonders wichtig ist? Jede/r gestaltet sein Leben für sich selbst richtig. Es gibt keinen Durchschnitt, nur Spezialisten für sich selbst. Das finde ich immer wieder faszinierend.